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Helden: Die Western-Variante | Die Prolo-Variante | Die Yuppie-Variante

tom cruise Wir respektieren Tom Cruise, weil er mit Ehrgeiz und Disziplin hartnäckig fehlendes Charisma kompensiert.

lex. "More than ever": So lautete die Antwort von Tom Cruise anlässlich der Eröffnung der Oscar-Zeremonie auf die Frage, ob die Filmfamilie nach dem 11.September überhaupt so ausgelassen feiern dürfe. An Cruises Auftritt im Kodak-Theatre war zweierlei bemerkenswert: Zum einen versuchte er sich als unerschrockener Ex-Mann von Nicole Kidman zu profilieren, der eine Oscar-Party nicht sausen lässt, weil er das Risiko einer Begegnung mit seiner Verflossenen scheut. Zum anderen zeugt die Ansprache vom Ehrgeiz, endlich nicht mehr als ewiger Teenie-Schwarm, sondern als eine reife Führungskraft der Film-Community wahrgenommen zu werden.
Bleiben wir fair: Der 39-Jährige ist trotz dem Flop seines prätentiösen letzten Films "Vanilla Sky" immer noch ein Kassenmagnet - und er ist zuweilen, wenn ihm die Vermarktung seines eigenen Images etwas Freiraum lässt, auch ein richtig guter Schauspieler. In Oliver Stones "Born on the 4th of July" deutete er sein Potenzial an und spielte fulminant den gelähmten Vietnam-Veteranen Ron Kovic (Stanley Kubricks "Eyes wide shut" deckte hingegen schonungslos seine Limiten auf). Als geistiges Kind der Yuppie-Dekade hat sich Cruise mit eiserner Disziplin einen Platz an der Sonne erobert - er produziert seine Filme und wird wohl bald auch auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Im Rennfahrerfilm "Days of Thunder" mimt Cruise einen egoistischen Draufgänger, der nach einem Unfall andere Werte im Leben entdeckt. Die "éducation sentimentale" bleibt allerdings eine Reissbrettkonstruktion und wird vom lustvollen Dröhnen der Stock-Cars verdrängt. "Mission Impossible" war 1996 eine im Kino erfolgreiche Leinwandadaption der legendären Fernsehserie und bescherte der ins Stocken geratenen Regiekarriere von Brian de Palma einen Revitalisierungsschub. Cruise als CIA-Spitzenagent spielt glatt und fehlerlos - und gerade deshalb haftete ihm etwas von einem strebsamen Musterschüler an. Um eine wichtige Weichenstellung kommt Cruise demnächst nicht herum, will er sich nicht in eine Sackgasse manövrieren: der Abschied von der Jugend steht an. Wenn Tom Cruise in Ehren zu altern versteht, wird der Respekt für seine Karriere eines Tages der Anerkennung für einen facettenreichen Schauspieler weichen.


Quelle: "Der Bund" 30.03.2002

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